Der Essener Extremsportler Holger Röthig hat bei der Langstrecken-Radfahrprüfung „Sliven – Varna – Sliven“ das Siegerpodest nur knapp verfehlt. Der 40-jährige beendete die 1200 Kilometer lange Strecke, die ihn kreuz und quer durch Bulgarien geführt hat, auf dem undankbaren vierten Rang.
Lange hatte der Ausdauerathlet aus Essen-Rüttenscheid entweder geführt oder zumindest Tuchfühlung zur Spitze gehalten. „Bis in die zweite Nacht hinein sind mein Leidensgenosse John Bartman und ich vorne weg gefahren, aber schon bei unserer ersten Schlafpause sind wir leider überholt worden“, schildert Röthig das Geschehen auf der Strecke. Die beiden kämpften gemeinsam, insbesondere gegen den Regen, den Gegenwind und die zeitweise starken Gewitter, aber irgendwann war bei Röthig der Akku schließlich leer. „John musste fast die ganze Zeit die Führungsarbeit leisten – ich habe ihn dann fahren lassen müssen“, so Röthig, für den es erst nach zwei bis drei Stunden Schlaf weiterging. „Die letzten 200 Kilometer bin ich vor Schmerzen fast komplett im Stehen gefahren.“
Vor zwei Jahren hatte der Fahrer des TV Kettwig das Rennen durch Bulgarien noch gewonnen. Obwohl er diesmal nur 10 Minuten langsamer war, reichte es lediglich zu Rang vier. „Schade, aber mehr war einfach nicht drin“, kommentierte der Extremsportler.
Nun will Holger Röthig erst einmal ausgiebig regenerieren: „Erst das Race Across America quer durch die USA, dann mit dem Flieger rüber nach Deutschland, dann beinahe ohne Pause weiter nach Bulgarien, und dann noch die 1200 Kilometer – in den kommenden Wochen fahre ich mit dem Fahrrad höchstens bis zum Baldeneysee.“
Das nächste sportliche Event steht dann Mitte August an, bei der Fahrt von Hamburg nach Berlin und zurück – mit einem „kleinen Schlenker“ auf dem Rückweg über Köln.







