„Es hat mich also doch erwischt – DNF. Nach mehr als 2500 Meilen, etwa 450 Meilen vor dem Ziel – DNF. Nach zehn Tagen und sieben Stunden, fast ununterbrochen im Sattel – DNF. Da fehlen einem fast die Worte; did not finish.
So bitter die Situation jetzt auch erscheinen mag – jedem, der hier mitfährt, ist aber von vorneherein klar, dass das Race Across America ziemlich schnell beendet sein kann. Kleinigkeiten können den Ausschlag geben, das Material kann versagen, die Gesundheit nicht mitspielen, und und und. DNF gehört hier dazu, nicht umsonst haben von 30 Solo-Startern nur elf das Ziel erreicht.
Am Ende ist mir einfach die Zeit weggelaufen. Wenn es rund lief, war ich in der Form meines Lebens. Aber nachts, wenn die Schlafdämonen kamen, wurden aus den mehr als 20 km/h gerade einmal 2 bis 3 km/h. Und wenn du nachts deine Kilometer nicht machst, schaffst du es auch nicht.
Nach zwei ganz schlimmen Nächten haben wir dann die Köpfe zusammengesteckt und überlegt: 600 Kilometer hätte ich noch fahren müssen, in weniger als 30 Stunden. Dazu die halbe Stunde Zeitstrafe, die bisherige Belastung hinter mir und die Appalachen noch vor mir, . . . ich meine: Wir können doch alle rechnen! Und dann haben wir die Renn-Organisatoren informiert, dass wir aussteigen.
Wir sind dann mit dem Wagen nach Annapolis, haben den Organisatoren Danke gesagt und unser hart verdientes Feierabend-Bierchen getrunken.
Und mit meinem kanadischen Freund und Konkurrenten Ian habe ich dann noch telefoniert – er hatte ja ernsthafte Probleme bekommen und war vor mir ausgestiegen. Mittlerweile geht es ihm wieder gut.
Es geht ihm so gut, dass wir uns sogleich verabredet haben. RAAM 2012 – ein bisschen Pause, und dann machen wir alles besser. Bis ins Ziel.
P.S.: Hey Leute, natürlich hab ich euch in der Heimat nicht vergessen: Vielen Dank für den sensationellen Support. Ohne euch wär ich sicher nicht so weit gekommen.“






Hallo Holger, wir ziehen ech den Hut vor Deiner Leistung. Es muss verdammt schwierig sein zu so einem späten Zeitpunkt das Rennen aus rationalen Gründen zu beenden.
Wir haben die ganze Zeit mit dir gelitten und uns auch mit dir gefreut. Wir hoffen dass du in jeder Form gestärkt aus dieser ” Etappe ” hervorgehst und neuen Mut für einen Zweiten Versuch fasst, denn wir glauben an dich. Die Nchtdämonen müssen sich doch vertreiben lassen.
Liebe Grüße Anna und Stepp
Schade – ich hatte bis zuletzt mitgefiebert und Dir die Daumen gedrückt. Dennoch eine Superleistung! Ich hoffe, demnächst noch mehr über den Rennverlauf zu erfahren; wenn Du irgendwo (z.B. in Essen) einen Bildervortrag hältst, gib bitte Bescheid! Herzliche Grüße, Wolfgang
Holger, du bist ein Wahnsinns-Kerl !! Das macht einen guten Sportler aus, nach der Enttäuschung sofort wieder nach vorne (2012) zu schauen, klasse !! LG Jürgen